Klimaneutralität - Was steckt dahinter?

by Carla Ophey

Lesedauer: 6 Minuten

Klimaneutralität mit dem Fokus auf Unternehmen bedeutet, dass Unternehmen, die CO2-Emissionen verursachen sie an anderer Stelle kompensieren. Sie entstehen vor allem bei der Herstellung und dem Transport von Gütern. Um die CO2-Bilanz eines Unternehmens zu errechnen wird der ökologische Fußabdruck genutzt, da mehrere Faktoren für die entstandenen Emissionen entscheidend sind. 

Welche das genau sind erklären wir euch in diesem Blogeintrag:

Aufforstung der Wälder

Der reguläre Vorgang bei der Kompensierung der CO2-Emissionen sind Zahlungen an Organisationen, die Wälder aufforsten. Die meisten Unternehmen gehen bei der Auswahl der Projekte wie folgt vor: 

  1. Es werden nur Projekte ausgewählt, die ohne die Finanzierung durch Kompensation Zertifikate nicht bestehen würde
  2. Projekte sind auf Beständigkeit ausgewählt. Dass heißt die Wälder die aufgeforstet werden, werden nicht wieder abgeholzt
  3. Externe Anerkennung der Projekte durch zum Beispiel Gold Standard

Erneuerbare Energien

Aber nicht alle Unternehmen nutzen Organisationen, die Wälder aufforsten. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit in neue Energien zu investieren. Hierfür werden vor allem Windräder und Solargeneratoren genutzt. Zwar holen nachhaltige Energien keine Klimagase aus der Luft, dafür werden allerdings weniger fossile Energien genutzt, wodurch die CO2-Emissionen gar nicht erst entstehen. So könnten Unternehmen nur noch erneuerbare Energien nutzen und dadurch sogar irgendwann klimapositiv werden und ihren eigenen Strom erzeugen. Dann würden sie rechnerisch auf eine ausgeglichene Klimabilanz kommen. 

Side Fact: Klimapositive Unternehmen entnehmen mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre, als sie in ihrer gesamten Produktion verursachen.

Moore schützen

Eine noch unpopuläre Möglichkeit ist es in Projekte zu investieren, die sich um die Moore kümmern. Denn Moore sind die effizientesten, natürlichen CO2-Speicher. Wie bei den Aufforstungen der Wälder wird auch hier in eine Organisation oder in ein Projekt investiert und das Unternehmen erhält ein Zertifikat. Bei diesen Projekten werden die Moore wieder vernässt, damit sie nicht austrocknen und die schon gespeicherten Emissionen freigeben. Ein Beispiel ist die Organisation MoorFutures, die sich in Deutschland, vor allem im Norden, für die Moore einsetzt, indem sie

  1. die Moore von der weiteren Entwässerung für die Landwirtschaft schützt
  2. sie wieder nässen, damit die Moore mehr Emissionen aufnehmen können

      Problem Methan

      Aber es gibt auch ein Problem bei der CO2-Neutralität. Denn dieser Wert bezieht sich nur auf CO2. Alle anderen Treibhausgase werden ausgelassen oder in die Stärke der klimaschädlichen Wirkung von CO2 umgerechnet, damit es einfacher ist die entstehenden Emissionen umzurechnen. Diese Umrechnung wird auch CO2-Äquivalent genannt. Jedoch ist beispielsweise Methan viel schädlicher als CO2 für die Erderwärmung. Denn im Vergleich zu CO2 hat Methan eine 28x stärkere Treibhauswirkung. Zwar ist Methan deutlich kurzlebiger als CO2 und verbleibt durchschnittlich nur 12 Jahre in der Atmosphäre, kann aber nicht schon früher durch Vegetation oder Ozeane aus der Atmosphäre verschwinden. Durch Methan kommt es nach ca. 12 Jahren zu einem chemischen Prozess, wodurch es wieder aus der Atmosphäre genommen wird. Jedoch sind die Schäden die vorher entstanden sind, erheblich. 

      Zudem ist Methan nach CO2 der zweitgrößte vom Menschen verursachte Treibhausgas und ist für ca. 30% der globalen Erderwärmung verantwortlich. Die durch Menschen verursachten Methanemissionen entstehen vor allem durch Reisfelder, Mülldeponien, Rinderhaltung und Erdgasgewinnung. Damit sind die Sektoren Landwirtschaft und Energie hauptverantwortlich für die Methanemissionen.

      Funfact: Kühe stoßen beim pupsen Methan aus. Somit machen sie etwas 2% der Treibhausgase deutschlandweit aus 

      Schlusswort

      Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Unternehmen, die klimaneutral sind, einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Jedoch muss beachtet werden, dass sie nicht nur durch Geld ihre Emissionen ausgleichen. Viel wichtiger ist es, sich der Problematik bewusst zu werden und darauf zu achten die Emissionen grundlegend zu verringern und so irgendwann sogar klimapositiv werden können. Zum Glück sind sich die meisten Unternehmen der Problematik bewusst und arbeiten daran klimaneutral zu werden. Vor allem große Unternehmen können einen erheblichen Beitrag zu einer klimaneutralen Wirtschaft leisten.

      Es muss beachtet werden, welche Art von Emissionen ausgestoßen werden, um auch die Richtigen auszugleichen. 

      Sidefact: Methan ist nicht durch Aufforstung der Wälder aus der Atmosphäre zu holen.

      Die Unternehmen sollten nicht nur bei der Produktion auf ihre Emissionen achten, sondern u.a. bei der Lieferung.

      So ist eine klimaneutrale Lieferung beispielsweise mit einem Lastenfahrrad oder einem E-Auto wesentlich umweltfreundlicher. 


      Hinterlassen Sie einen Kommentar

      Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

      Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von Google.


      Wir sind:

      LESS WASTE BOX

      Hier geht's zum Shop